JOMO (statt FOMO) – Die Freude am Verpassen und die Kraft der Leere
- MELLY IYABO PETKOVIĆ

- vor 3 Tagen
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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Wenn der Kalender keinen Raum mehr lässt
Kennst du das?
Du triffst eine alte Freundin.
Die Freude ist gross und ihr wollt euch auf einen Kaffee verabreden.
Der nächstmögliche freie Termin?
In zwei Monaten.
Kann das wirklich sein?
Ja.
Viel zu oft.
Dein Kalender ist voll.
Voll mit guten Dingen.
Arbeit, die du magst.
Familienzeit.
Kinderschwimmen.
Yoga.
Oder eben deine Mindfulness-Klasse.
Und trotzdem atmest du nicht wirklich durch.
Wenn Achtsamkeit zur Methode wird
Achtsamkeit ist heute in aller Munde.
Sie gilt als Rezept für gestresste Manager.
Als Unterstützung für überlastetes Schulpersonal.
Als Weg zu mehr Weite und Ruhe – auch in Gefängnissen.
Das freut mich.
Und gleichzeitig beobachte ich, wie leicht dabei etwas verloren geht.
Meditation wird zum Programmpunkt.
Nicht zur Haltung.
Dabei möchte Gewahrsein letztlich in jedem Moment gelebt werden.
Nicht nur auf dem Meditationskissen.
Seit 25 Jahren begleitet mich Yoga.
Seit 15 Jahren darf ich Menschen in der Kunst von Atmung, Bewegung und Meditation begleiten.
Ich habe erlebt, wie Yoga seinen Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden hat.
Heute beobachten wir Ähnliches mit Achtsamkeit und Breathwork.
Und wie so oft, wenn etwas Wertvolles viele Menschen erreicht, entstehen unterwegs auch Missverständnisse.
Meditation ist ein wunderbarer Übungsweg.
Ich empfehle sie von Herzen.
Doch die eigentliche Frage lautet:
Wie findet Gewahrsein seinen Platz zwischen Meetings, Familienleben, Einkaufslisten und Ferienplanung?
Dort beginnt die eigentliche Praxis.
Viele meiner Coaching-Klientinnen schätzen genau diese Momente.
Momente, in denen sie alles andere für einen Augenblick loslassen dürfen.
Momente, in denen nichts erreicht werden muss.
Momente, in denen sie sich selbst wieder begegnen.
Oft arbeiten wir dabei mit inneren Bildern.
Jeder Mensch findet seine eigenen.
Genau darin liegt ihre Kraft.
Sie werden zu einer Brücke.
Nicht nur während einer Meditation.
Sondern mitten im Leben.
Falls es dich ruft deine inneren Ankerbilder zu finden.
Melde dich für ein Probecoaching.
Eine Brücke namens JOMO
Nebst meinen inneren Bildern, bin ich vor kurzem auf einen Begriff gestossen, der ebenfalls wie eine weitere Brücke zu mehr Achtsamkeit im Alltag wirkt
JOMO.
The Joy of Missing Out.
Gerade jetzt, in der Sommer- und Ferienzeit, berührt mich dieser Gedanke besonders.
Egal, ob du verreist oder den Sommer zu Hause verbringst:
Gönn dir Pausen.
Gönn dir die Freude, Dinge zu verpassen.
Du gewinnst dadurch etwas Kostbares.
Leere.
Leere Seiten in der Agenda.
Leere Kacheln im Kalender.
Leere Zeit.
Was in der Leere entsteht
Leere Zeit schafft Raum.
Für Präsenz.
Für Gewahrsein.
Für das Leben, das zwischen all den Terminen stattfindet.
Und vielleicht auch für Erinnerungen.
Kennst du diese Erinnerungen?
Momente, die noch Jahre später in dir leuchten.
Nicht weil etwas Aussergewöhnliches passiert ist.
Sondern weil du ganz da warst.
Vielleicht ist genau das der wahre Reichtum.
Nicht ein voller Kalender.
Sondern ein erfüllter Moment.
Falls du bereits regelmässig meditierst oder Yoga praktizierst, kennst du vielleicht auch sukha – diese feine Leichtigkeit, die entsteht, wenn wir dem Leben mit etwas mehr Weite begegnen.
Ich glaube JOMO schenkt dir die Chance zu mehr Achtsamkeit und damit zu mehr sukha.
Leichtigkeit.

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